5 Tipps von früher, die heute noch funktionieren

Kürzlich las ich in einem Artikel, dass altbewährte Ideen eine Geheimwaffe sind. Sie erscheinen uns unspektakulär und nicht der Rede wert, weil sie «immer schon da waren». Aber Tatsache ist, dass sie sich schon 1000-fach bewährt haben. Neues hingegen erscheint uns oftmals reizvoll, einfach weil es neu ist. Aber ob dieses Neue auch gut ist, muss sich jeweils erst noch zeigen.

 

Deshalb habe ich 5 Männern die Frage gestellt, welche bewährten Tipps sie im Umgang mit Geld von ihren Eltern gelernt haben und wie das ihr Leben positiv geprägt hat.
 

 

Matthias Klöti: Setz dich hin und mach einen Plan

Matthias ist Private Banker und berät Kunden mit Vermögen über 500'000 Franken.
  

Mein Vater hielt mich an, ein Kassabuch zu führen. Darin sollte ich meine Ein- und Ausgaben notieren. Ich habe wenig Vorteil darin gesehen: Zudem schien mir das zu mühsam, deshalb habe ich es bleiben lassen.

 

Meine Eltern waren und sind noch heute sehr grosszügig. Es beeindruckte mich damals, dass sie während Jahren regelmässig eine Missionars-Familie aus Togo finanziell unterstützten. 
 

Diese zwei Überzeugungen meiner Eltern hatten unter anderem Einfluss darauf, dass ich meinen Job vor zwei Jahren auf 80% reduzierte und das Hilfswerk 4africa gründete. Die frei gewordenen 20% setze ich für das Hilfswerk ein. Ich will mithelfen, in Afrika Begabungen gezielt zu fördern und es Menschen ermöglichen, Armut und fehlende Perspektiven zu überwinden.
 

Seit rund 4 Jahren führe ich für unsere Familie ein Kassabuch. Den Überblick über unser Familienbudget zu haben ermöglichte mir, die Entscheidung zu treffen, mein Arbeitspensum auf 80% zu reduzieren. Mit Hilfe des Kassabuchs erkannte ich, wo mein Geld hingeht und wie ich es einteilen muss, damit wir als Familie mit dem reduzierten Salär auskommen. 

Marcel Hagmann: In Beziehungen investieren

Marcel ist bei Amnesty International Schweiz für das Fundraising zuständig:

 

Meiner Mutter war es immer wichtig, dass wir qualitativ gutes Essen hatten. Meine Eltern haben mir nie den Eindruck vermittelt, dass Geiz geil sei und alles möglichst billig sein musste. Gemeinschaft beim Essen war ein wichtiger Teil in unserer Familie. 

 

Diese Einstellung habe ich für mein Leben übernommen. Ich liebe es, ein grosszügiger Gastgeber zu sein. In Beziehungen zu investieren kommt immer in irgendeiner Form positiv auf einen zurück. 

 

Das erlebe ich auch beim Fundraising so: Nicht in die Beziehungen zu den Donors zu investieren bringt langfristig nichts. Auch wenn das manchmal bedeutet, dass finanziell nicht sofort etwas für Amnesty rausspringt. Es funktioniert einfach nicht, wenn man versucht, möglichst billig wegzukommen. 

Daniel Corbaz: Gib nicht mehr aus als du hast

Dani war bis vor zwei Jahren in leitender Stellung bei einer grossen Schweizer Bank.
 

Bei uns Zuhause gab es eine wichtige Grundregel: man soll nur ausgeben, was man hat. Ab der Oberstufe musste ich über Mittag auswärts essen. Ich erhielt dafür 4 Franken Essensgeld pro Tag (welches meistens für Schoggi, Bürli oder Hot-Dogs drauf ging). Meine Eltern gaben mir das Geld jeweils für den ganzen Monat. Es war dann meine Aufgabe, es richtig einzuteilen. 
 

Der Leitspruch von Zuhause hatte entscheidende Auswirkungen darauf, wie ich als Erwachsener mit meinem Geld umgehe. Vor zwei Jahren habe ich den Schritt gewagt, mit der gelernten Arbeit aufzuhören und eine selbständige Tätigkeit zu starten. Bevor ich mich dazu entschloss, haben meine Frau und ich genau geprüft, ob dieser Plan auch finanziell aufgeht und alle unsere Einnahmen/Ausgaben minutiös budgetiert.
  
Auch heute noch prüfen wir monatlich, wo unser Geld hinfliesst und stellen sicher, dass wir nur so viel ausgeben wie wir auch haben.  

André Meier: Grosszügig sein

André ist Direktor bei einem amerikanischen IT Konzern.

 
Ich erlebe meinen Vater als minuziösen Verwalter seines Geldes. Jede Anschaffung wird präzise in Tabellen eingetragen und die Belege in Ordnern abgelegt. Mein Vater hat klare Prinzipien. Nebst seinem haushälterischen Umgang mit Geld ist er bewusst sehr grosszügig. Ich weiss dass er regelmässig viel spendet.
 

Er war und ist sich bewusst, dass er mit einem überdurchschnittlichen Lebensstandard gesegnet ist. Er setzt ganz klare Prioritäten. Auch unsere Kinderwünsche wurden kritisch hinterfragt: Als Kind habe ich es lange nicht verstanden wieso ich keine «Adidas Rom» Turnschuhe haben durfte.
 

Obwohl bei uns Zuhause wenig übers Geld geredet wurde, sprach sein Umgang mit Geld deutlich zu mir. Ich habe

seine Überzeugungen übernommen. Ich lernte, vorausschauend mit meinem Geld umzugehen und regelmässig zu prüfen, wo es hingeht. Seine Grosszügigkeit hat mich angesteckt, es macht mir viel Freude, Geld wegzugeben. Allerdings setze ich meiner Familie und mir gegenüber nicht ganz dieselben Prioritäten wie er.
 

Mein Vater lebt mir vor, dass wer gibt, auch bekommt. Ich habe dieselbe Erfahrung gemacht: Egal wie viel mehr

ich weggebe, es geht trotzdem finanziell immer aufwärts.

Isidoro Geretto: Auf Ziele hin sparen

Isidoro ist Finanzchef bei einer internationalen Hotelkette.
 

Meine Eltern mussten mit sehr wenig Geld auskommen. Jeder Franken musste zweimal umgedreht werden. Zusätzlich mussten sie einen Kredit zurückzahlen, den sie von der politischen Gemeinde für die medizinische Behandlung meines Grossvaters bekommen hatten. Geld war also immer knapp und musste genau eingeteilt werden. Sie lernten, sehr bescheiden zu leben. Der einzige Luxus, den sie sich und uns gönnten, war Essen und Gemeinschaft. Darauf legten sie viel Wert. Zudem waren sie grosszügig, speziell mein Vater. So sehr, dass sich meine Mutter manchmal darüber aufregte.
 

Meine Eltern hatte konkrete Ziele, die sie anstrebten: das war nebst der Rückzahlung des Kredites ein Haus in Italien.

 

Das zielgerichtete Einsetzen meines Geldes wurde mir ein wichtiger Grundsatz. Ich hatte immer klare Ziele für mein Geld. Ich spare auf ein Ziel hin und setze mein Geld dafür ein. So hole ich das Beste aus meinem Geld heraus. Sparen nur um zu sparen scheint mir nicht reizvoll.  

 

 

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Notiz: Der eingangs erwähnte Artikel über die altbewährten Ideen ist von James Clear


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