Ein Plan ist ein Plan ist ein Plan

Vor zwei Monaten ist Matthias in die Lehre gestartet. Ein sehr bedeutungsvoller Moment für uns als Familie. Erst gerade haben wir ihn noch im Buggy rumgeschoben, und jetzt ist Kindergarten und Schule schon Geschichte. Er geht jeden Morgen vor sieben Uhr aus dem Haus an seine Arbeitsstelle. Immer wieder erstaunlich, wie solche Momente einen Vater stolz auf seine Kinder machen. Dass ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat, zeigte sich auch darin, dass zum erstenmal seit 16 Jahren nicht Geld von mir zu Matthias, sondern von Matthias zu mir geflossen ist. 

Als Zeichen der Wertschätzung haben wir nämlich abgemacht, dass er ab jetzt von seinem Lehrlingslohn einen kleinen Anteil ans Haushaltsgeld beisteuert. Matthias fand zwar, ein herzliches Dankeschön wäre genau so viel wert und warum in dieser materiellen Welt eigentlich immer alles übers Geld laufen müsse, aber Jacqueline und ich haben uns dann doch für die Wertschätzung in Form des Fünfzigernötli entschieden. Es war ein fast magischer Moment, die Welt und alles auf ihr blieb für einen Moment stehen, als das Nötli aus Matthias' Hand in meine schwebte. 

 

Noch etwas hat mich sehr gefreut (und grad nochmals stolz gemacht): Matthias fragte MICH um Hilfe beim Erstellen eines Plans für seinen Lehrlingslohn. Das haben wir zusammen gemacht und anschliessend auch gleich umgesetzt.

 

Ich hoffe, es wird eine feste Gewohnheit in seinem Leben, den Plan für seinen Lohn jeweils am Tag der Lohnzahlung zu erstellen und den gesamten Lohn zu verplanen, also jedem Franken eine Aufgabe zuzuteilen. Ich wünsche ihm, dass er das Beste aus seinem Lohn herausholt. Dazu gehört auch, den Plan umzusetzen und Realität werden zu lassen.  

 

Matthias hat seinen ganzen Plan sofort umgesetzt: Die drei Zahlungen auf seinem Plan hat er mit E-Banking überwiesen. Die Bargeldbeträge fürs Auswärtsessen und für den Ausgang mit seinen Kollegen hat er in seinem Portemonnaie auf zwei verschiedene Fächli aufgeteilt. Die restlichen beiden Beträge - Rückstellungen und Sparziele - hat er auf seine beiden Sparkonti übertragen.


Den Titel zu diesem Blog habe ich von meinem ehemaligen Finanzchef. Er pflegte den Spruch jeweils zu bringen, wenn er Zahlen präsentierte. Er meinte damit, dass ein Plan nicht automatisch auch Realität wird, sondern viele interne und externe Faktoren den Plan beeinflussen können. Beim MEIN GELD REICHT Modell kann man diese Faktoren zu einem grossen Teil eliminieren, wenn man den Plan sofort umsetzt, also zum Beispiel alle Rechnungen sofort bezahlt, und für den Rest den alten Trick von unseren Grossmamis und Grosspapis anwendet. Sie haben ihr Geld in Briefumschläge aufgeteilt, den Verwendungszweck draufgeschrieben und die Umschläge in der Kaffeedose oder im Wohnzimmerbuffet aufbewahrt. Dieser Trick ist immer noch total wirkungsvoll (weniger mit der Kaffeedose sondern eher mit verschiedenen Bankkonti) und eine grossartige Idee, dass ein Plan nicht nur ein Plan ist und nicht nur ein Plan bleibt. 

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