Eine Lohnerhöhung würde meine Probleme lösen

Quelle: Walt Disney's Lustige Taschenbücher, Band 1 "Der Kolumbusfalter"
Quelle: Walt Disney's Lustige Taschenbücher, Band 1 "Der Kolumbusfalter"

Das dachte ich regelmässig all die Jahre, als Jacqueline (meine Frau) und ich unser Geld noch nicht im Griff hatten. Immer fehlten ein paar Hunderter, um gut durch den Monat zu kommen. Das war in der Zeit, als wir noch keine Kinder hatten und wir beide recht viel Geld verdienten. Es kam ziemlich viel Schtutz rein. Und es ging ziemlich viel Schtutz raus für alles mögliche für uns zwei. Wenn dann Ende Monat noch die Kreditkartenrechnung kam, zog es mir oftmals kurz den Magen zusammen, worauf meine grauen Zellen regelmässig mit immer der gleichen Leier daherkamen: Eine Lohnerhöhung würde meine Geldprobleme lösen. 

 

Im Nachhinein denke ich, die hätten sich auch mal ein bisschen anstrengen und mit etwas Schlauerem kommen können, aber die schoben das Problem einfach ab. Recht lausig von denen. 

 

Wenn dann tatsächlich eine Lohnerhöhung kam, waren wir total motiviert, dieses zusätzliche Geld zu sparen und endlich auf einen grünen Zweig zu kommen. Aber es war ein Misterium: die Lohnerhöhung löste sich jedesmal in Luft auf. Es war unerklärlich. Wir versuchten herauszufinden wieso, grübelten, schauten uns eine Weile wirklich ratlos an, zuckten dann mit den Schultern und fuhren mit Freunden ins Restaurant zum Znacht. 

 

Damals kannten wir die fünf Grundsätze nicht, wussten nicht, dass man einen monatlichen Plan für sein Geld machen muss und hatten ohne die sechs Meilensteine auch keine Vision für unser Geld. Deshalb ging es dann so weiter bis zur nächsten Lohnerhöhung und dann ging es wieder so weiter.

 

Die heutige Message ist: Wenn du dein Geld nicht im Griff hast, dann hilft auch keine Lohnerhöhung. Geld hat diese raffinierte sich auflösende, verabschiedende und verschwindende Eigenschaft. In der Chemie würde man sagen, es ist ein flüchtiger Stoff. Ohne die drei Werkzeuge (eben die Grundsätze, den Plan und die Meilensteine) kommst du dagegen nicht an. Hast du keine Chance.

 

Spar dir den Gang zum Chef. Auch wenn er Ja sagen würde und du ab nächstem Monat dreihundert Franken mehr auf deinem Konto hättest. Diese dreihundert würden dir nicht mal Ciao winken sondern wären weg, noch bevor du selig lächelnd von deiner Lohnabrechnung aufschaust. 

 

Seitdem Jacqueline und ich unser Geld im Griff haben, brauchen wir keine Lohnerhöhung mehr für die Lösung unserer Probleme. Denn unsere Geldprobleme haben sich gelöst. Nicht, weil wir mehr Geld zur Verfügung hätten (im Gegenteil, das Einkommen ist nicht höher als früher aber muss jetzt für vier Leute reichen und zwei davon haben echt keine Ahnung was das Leben kostet!), sondern, weil unser Geld sich nicht mehr auflösen und verschwinden darf. Stattdessen muss es genau das tun, was wir ihm sagen! Und dadurch wäre jetzt eine Lohnerhöhung eine wirkliche Bereicherung, Chef.  :-)

 

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