Ruhe vor den Steuern

Obwohl - oder gerade weil - das Bezahlen der Steuern grundsätzlich ein sehr ärgerliches Thema ist, widme ich den heutigen Blog diesem jährlichen Ritual. Warum? Das Bezahlen der Steuern geht praktisch spurlos an mir vorbei. Es beschäftigt mich gerade mal 10 bis 15 Minuten im Jahr. Ich dachte, das könnte dich interessieren.

 

Früher war das ganz anders. Früher hatte ich die Steuern entweder in drei Raten bezahlt oder ich habe den 13. Monatslohn dafür genommen. 

Das war jedesmal brutal. Entweder, weil ich so viel Geld vom Sparkonto holen musste (dabei wollten wir doch damit noch in die Ferien). Oder weil der ganze 13. Monatslohn dafür drauf ging (dabei hätte man sich so viel Schönes dafür leisten können, so viel Gutes in der Welt bewirken). Alles dem Staat abtreten. Schmerz!

 

Irgendwann hatte ich eine sensationelle Idee. Ich weiss beim besten Willen nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin. Es war im Januar. Ich griff zum Hörer, rief beim Steueramt an und bestellte Einzahlungsscheine für meine Steuern. Dann schaute ich nach, wie viel ich letztes Jahr an Steuern hatte abliefern müssen. Das damit verbundene Rückenschaudern ob der Höhe des Betrages ignorierte ich mit Eiseskälte. Stattdessen teilte ich den Betrag durch 12 und eröffnete einen Dauerauftrag für das Steueramt über den errechneten Betrag.

 

Das war vor etwa fünf Jahren. Seither läuft der Dauerauftrag automatisch Monat für Monat. Ein paar Tage nach dem Lohneingang geht das Geld raus. Und die erstaunliche Tatsache ist: die Zahlung geht fast unbemerkt von statten. Sie tut überhaupt nicht weh. Ich muss mich gar nicht darüber ärgern, weil ich mit dem Betrag gar nicht rechne. Wirklich. Einmal im Jahr, wenn ich die Steuern ausfülle, prüfe ich, ob der Dauerauftrag angepasst werden muss. Das ist alles. Ich runde den Betrag übrigens leicht auf. Dadurch vermeide ich Nachzahlungen, wenn die definitive Einschätzung vom Steueramt vorgenommen wird. Der Betrag, der übrig bleibt, wird vom Steueramt automatisch aufs nächste Jahr übertragen.  

 

Unterwegs zu finanzieller Freiheit ist das ein ein Schritt, der sich viel mehr gelohnt hat als ich mir je erträumt hätte. Mein ursprünglicher Gedanke war gewesen, einfach Ruhe vor den Steuern zu haben. Und jetzt habe ich seit Jahren nicht nur Ruhe, sondern meine Einstellung zum Steuerzahlen ist sogar leicht ins Positive gekippt. Aber das sollte ich besser nicht an die grosse Glocke hängen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Horst (Freitag, 23 Mai 2014 08:38)

    Das ist dann eine tolle Idee! Wow. Ich meine, ich mache das eine Art auch: ich stelle es einfach zur Seite und dann bezahle ich es in grösseren Blöcken. Aber ja, wenn viel Geld vom Konto abgeht, tut es auch mehr weh. Gute Idee, das mit dem Dauerauftrag. Werde ich auch grad machen. Danke für den einfachen Tipp.

  • #2

    Tom (Donnerstag, 07 August 2014 08:44)

    Hallo,

    Kompliment für Dein Blog. (vieles ist mir aus meinem Leben bekannt)
    Die Steuer musste ich mal für zwei Jahre zahlen, weil wegen Reiselastiger Arbeit ich die Termine verschoben habe.. Horror..

    Heute bezahle ich 10-20% mehr und zwar am Anfang vom Januar. Grund: Das Geld ist beimStaat gut aufgehoben und bringt dazu mehr Zinsen ein, als das Bankkonto. ;)
    Das angesparte Polster erlaubt mir und der Familie einen gesunden Schutz. Wir haben sozusagen, unsere eigene privatbank ;)

    lg

    tom