Wenn das Januarloch schon im Dezember zuschlägt

Es kam rasend schnell auf mich zu. Praktisch ungebremst aus dem Nichts. Keine Chance auszuweichen, so dass es mit voller Wucht zuschlug. Und schon sass ich mitten drin. Im Januarloch. Verdutzt schaute ich auf den Kalender. Es war doch erst Mitte Dezember. Viel zu früh für das Januarloch. Mindestens einen halben Monat zu früh! Unverschämt! Aber nichts zu machen. Es war da. Auf Weihnachten hin hatte ich - wahrscheinlich vor lauter Vorfreude - alle Regeln rund ums Geld vernachlässigt. Sogar das mit den Rückstellungen! 

Und so war Mitte Dezember der freie Fall ins Januarloch nicht mehr aufzuhalten. Alles Geld für den Monat schon aufgebraucht. Vom Adrenalinstoss fühlte ich mich wie Freunde von uns, die uns kürzlich von ihrem Tandemsprung mit dem Gleitschirm erzählt hatten. Was jetzt also? 

 

Als erstes musste ich die Wunden lecken und empört im Januarloch sitzenbleiben und gar nichts tun. Dann kam die Frustphase, in der ich mich fragte, wie es soweit kommen konnte. Mir als Experte. Und Betreiber einer MEIN GELD REICHT Webseite. Diesen Monat definitiv NICHT. Irgendwann fiel dann mein Blick auf mein Handy. Da leuchtete mir "Never never never give up" entgegen. Diesen Spruch hatte ich vor einiger Zeit bei einer Wohnungseinweihungsparty von Freunden an einem Magnet am Kühlschrank in der Küche erblickt, fasziniert fotografiert und zu meinem Sperrbildschirm gemacht. 

 

Damit begann das Ende der Frustphase, und ich überlegte: Was wäre denn mein professioneller Rat an jemanden in einer solchen Situation? Spontan fällt mir ein: Nicht so beleidigt tun, sich zusammenreissen, aufstehen und das Leben geht weiter! Zugegebenermassen nicht gerade ein sehr professioneller Rat. Aber hey, ich bin ja auch kein professioneller Budgetberater, sondern mache das nur nebenbei, und als Nebenbei-Rat ist er nicht so schlecht. Es geht ja eben nicht darum, alles perfekt im Griff zu haben, sondern es geht darum, auf dem Weg zu sein. Das ist ja auch der Slogan dieser Webseite. Und auf dem Weg passieren halt manchmal Rückschläge. Erst gerade habe ich wieder gelesen, wie wichtig es für Kinder ist, dass sie Fehler machen dürfen, weil sie aus den Fehlern am meisten lernen können. Das gilt ja dann wohl für uns Erwachsene ebenso. Je länger ich an diesem Blog schreibe dämmert mir, dass sich mein Versagen vielleicht noch in einen Sieg verwandeln könnte, wenn ich das Beste daraus mache. Und das wiederum wäre doch ziemlich professioniell, oder?

 

Also, rekapitulieren wir: Was ist genau passiert. Das Januarloch kam nicht unvermittelt, sondern wurde bereits in den letzten Monaten gebuddelt. Ich hatte nämlich schon Rückstellungen geplant, aber sie wurden durch hohe Rechnungen im Oktober und November aufgebraucht. Die Rückstellungen waren also zu tief angesetzt. Weil wir grundsätzlich nicht auf Kreditkarte kaufen, sondern im Normalfall bar bezahlen, kam das Januarloch schon im Dezember. Sonst hätte es erst im Januar in Form einer monströsen Kreditkartenrechnung zugeschlagen. Hässlich. Es ist viel schöner, alle Geschenke schon vor dem Verschenken bezahlt zu haben.

 

Was ist nun konkret zu tun, nur für den Fall, dass es jemandem von euch Lesern in den nächsten Wochen (oder schon in sechs Tagen) ähnlich ergehen könnte:

Überbrücke das Loch mit dem Notfallfonds. Denn dafür ist der da. Das habe ich getan. Wenn die Krise vorbei ist, fülle den Notfallfonds wieder auf. Alles über den Notfallfonds kannst du in meinem Kurs lernen, oder abonniere die kostenlose E-Mail Serie.

Verschiebe nicht dringende Ausgaben um ein paar Wochen (das haben wir auch getan, wir haben einen Ausflug einfach abgesagt). Zum Beispiel ist gerade im Januar die richtige Jahreszeit für gemütliche Abende zu Hause mit Freunden anstatt Geld für Kino und Auswärtsessen auszugeben.

Veranstalte mit deinem Partner oder als ganze Familie mit den Kindern ein kreatives Brainstorming. Stellt Ideen zusammen, wie ihr mit möglichst wenig Ausgaben und möglichst viel Spass durch den Januar kommt. Ich schreibe diesen dritten Vorschlag allerdings nur zögerlich hin, denn seit Mitte Dezember ist mir klar, dass für so ein Unterfangen die innere Einstellung stimmen und die Frustphase überwunden sein muss. Aber vielleicht wirkt ja mein unprofessioneller Rat von oben motivierend auf den einen oder anderen von euch? So oder so: Happy New Year! Happy Januar!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Schagglin (Samstag, 04 Januar 2014 08:30)

    Ja also, lieber nebenbeiher Budgetberater, wer war denn eigentlich schuld (!!) am Januarloch im Dezember? Hast DU zu viel für Weihnachtsgeschenke ausgegeben oder einfach vergessen, dass du (oder deine Frau) Geschenke machen? Oder hattest du auch noch diverse Essen/Aperos bei dir zu Hause, die auch nicht geplant waren? Was machst du nächsten Dezember?

    Mein Tipp: Gib deiner Partnerin das Geld bar auf die Hand, schon im November und macht zusammen ab, wie viel es denn sein soll.

    PS solltest du Fragen haben, wie Mann mit Frau umgeht, just frag mich